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Online Backup mit Mozy

by on Jul.07, 2008, under Computer

Nachdem ich ja zu den Menschen gehöre, die unheimlich viele Daten zuhause horten – seien es nun Fotos, Bilder, Word-Dokumente, Songs oder andere Dateien – stellte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt auch die Frage, wie ich eine Datensicherung sinnvoll angehen könnte. Einige Alternativen zum Backup liegen ja auf der Hand: Brennen von DVDs, kopieren auf zweiten Rechner, die Sicherung auf eine externe USB-Festplatte oder der Einsatz eines sog. NAS (network attached storage). Alle diese Optionen sind einigermaßen preisgünstig zu erreichen, bekommt man eine große externe Festplatte inklusive Gehäuse usw. bereits für knapp über 60 EUR.

DVDs / CDs

Der Einsatz von DVDs ist aufgrund der fehlenden Praktikabilität und der fehlenden Verlässlichkeit nicht empfohlen – außer man möchte gerne jährlich seine DVDs auf jeweils neue Medien umbrennen. Der Einsatz von CDs verbietet sich aufgrund der fehlenden Speicherkapazität von selbst. Des Weiteren muss man sich zu der Verwaltung der Bilder noch eine Verwaltung für die DVDs überlegen, da die Anzahl schon beträchtlich werden kann.

Externe Festplatte

Sicherlich eine brauchbare Alternative, die auch einigermaßen günstig und schnell eingerichtet ist. Mit einem brauchbaren Backup-Tool lassen sich Datenbestände sehr gut extern sichern, sofern dieses ein inkrementelles Backup unterstützt – will man ja nicht jeden Tag den vollen Datenbestand über USB 2.0 kopieren (USB 1.1 fällt wegen fehlender Bandbreite hier komplett aus, außer man hat wirklich viel Zeit). Aber auch eine externe Festplatte kann ausfallen und wenn man nicht ständig Restore-Tests macht, weiß man erst ganz genau, ob alles gesichert wurde, wenn dann wirklich mal der Worst-Case eingetreten ist. Also eigentlicht sollte man dann noch eine redundante Festplatte vorhalten, auf welche man in festen Zeitabständen auch die Backups noch mal sichert. Also fällt auch hier wieder zusätzlicher Verwaltungsaufwand an…

NAS

Ein NAS bietet in der Regel eine ausreichende Sicherung der Daten an, sofern dieses NAS auch wirklich nur als Backup-Medium vorgehalten wird. Speichert man seine “Produktionsdaten” auf dieselbe Hardware wie die Backups, kann es natürlich zu einem Problem kommen. Wenn das eingesetzte NAS über RAID 1+0 oder RAID 5 verfügt, kann man das Risiko vermindern. D.h. wenn mal eine Festplatte ausfällt, übernimmt eine andere Platte die Daten. Allerdings werden manche NAS auch als sog. Stripe-Set installiert, d.h. RAID 0, in welchem keinerlei Datensicherheit besteht. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten futsch. Preislich liegt ein NAS auch über einer (oder zwei) externer USB-Festplatte, macht oft mehr Lärm (Lüfter usw.) und benötigt irgendwo einen Platz – der sog. Women-Acceptance-Factor ist hier nicht unerheblich für den heimatlichen Frieden.

Online-Backup

Nachdem ich mich mit all diesen Optionen schon auseinander gesetzt habe und auch alle Situation mal durch bin, stieß ich auf den Anbieter für Online-Backups “Mozy”, welcher vor einiger Zeit vom Speicherhersteller-Giganten EMC übernommen wurde. Die monatlichen Kosten liegen bei USD 4,95 für die private Nutzung und ist unbeschränkt; testen kann man das Ganze umsonst – ist dann allerdings beschränkt auf 2 GB an Daten. Der klare Vorteil an einem Online-Backup liegt auf der Hand: feste monatliche (und kalkulierbare) Kosten, der Anbieter übernimmt die Redundanz der Daten – so werden die Daten verteilt auf verschiedene Rechenzentren verteilt und man braucht sich eigentlich um nichts zu kümmern, als die Konfiguration der Software.

Der Client ist schnell installiert, einigermaßen schnell konfiguriert und schon geht es los. Man kann dabei ganze Verzeichnisse auswählen, bestimmte Dateitypen (z.B. doc, xls, mp3 etc.) inkludieren (oder auch exkludieren) und bekommt so schnell eine Übersicht der zu sicherenden Daten. Nach dieser Konfiguration wird das sog. Backup-Set zusammengestellt und die Daten werden zu Mozy hochgeladen… hier kommt es natürlich zu einem ersten Problem, nämlich die Bandbreite zu hochladen der Daten, die teilweise beträchtlich differiert von den angepriesenen Download-Bandbreiten von 16000 kbit/s. Was heißt das also konkret? Das erste initiale Backup der Daten kann hier mitunter Tage oder sogar Wochen dauern… ist erst einmal alles hochgeladen worden, sind die nachträglichen inkrementellen Backups allerdings recht schnell gemacht. Mit einer Standard-DSL-Leitung von 768 kbit/s mit einer Upload Rate von 128 kbit/s braucht man meines Erachtens nicht anzufangen.

Das Restore funktioniert sehr gut – entweder per Kontext-Menü im jeweiligen Ordner (hier wird auch eine Versionierung berücksichtigt) oder per Icon im Arbeitsplatz von Vista oder XP; dieses Icon repräsentiert die eigene Festplattenstruktur auf den Mozy Servern, auf welcher man dann ganz normal navigieren kann, um seine Dateien zurückzusichern. Beim Restore greift dann auch wieder die deutlich schnellere Download-Geschwindigkeit. Ein kleiner Pferdefuß ist der Eintrag im Kontext-Menü, der die Geschwindigkeit des selbigen dramatisch verzögert… diesen Eintrag habe ich also deaktiviert.

Fazit

Mozy bietet eine sehr gute Möglichkeit seine Daten online zu sichern für wirklich wenig Geld (gerade beim momentan Dollarkurs). Die Verschlüsselung ist sehr hoch (448 Bit Blowfish) und die Daten werden redundant abgelegt. Für jeden, der nicht zuhause einen kompletten Rechnerpark hosten möchte ist ein Online-Backup auf jeden Fall eine sehr gute Alternative. Der Support bei Mozy funktioniert sehr gut, wobei ich hier nur die Live-Chat-Funktion verwendete, die mir aber nach schon bereits ca. 3 Minuten einen Supporter offerierte, der dann auch bereits nach weiteren 15 Minuten das Problemchen löste (das alles natürlich in englischer Sprache).

 

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