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Frankfurt und die Musik-Clubs – ein trauriges Bild

by on Oct.18, 2010, under Music

Eigentlich bin ich ja bekanntlich ein großer Fan meiner Heimatstadt Frankfurt. Ähnlich wie Woody Allen sein New York oder Steve Martin sein Los Angeles liebt, hänge ich an der Main-Metropole. Doch leider gibt es auch hier in der Bankenstadt Missstände (oh, wie ich die “neue” Rechtschreibung hasse!), die mir zeitweilig wirklich stinken. So z.B. das kulturelle Leben in Frankfurt.

Sicherlich haben wir eine große Zahl an Museen, Theatern und mittlerweile sogar Kneipen – aber letztendlich funktioniert das alles nur im gehobenen Segment. Will sagen, die kleinen Musik-Clubs darben teilweise ziemlich vor sich hin. Dabei präsentieren sich wirklich gute Bands und Künstler, die nur eben ein wenig abseits des Mainstreams operieren.

Auch ich verkehre hin und wieder in einer der angesagten und zahlreichen Lounges in Mainhattan, aber irgendwie ist mir der Hochglanz zu viel und ich sehne mich nach einem leichten versifften Club in lockerer Atmosphäre, in welchem ein Bier auch mal für unter 5,– EUR zu haben ist und man am Eingang nicht einer Gesichts- und/oder Kleidungskontrolle unterworfen wird (“Du kommst hier net rein!”…).

Da bin ich froh, dass es noch Clubs, wie z.B. den Musikkeller in Unterliederbach, den Sinkkasten in der Innenstadt oder die Batschkapp in Eschersheim gibt, die in regelmäßigen Abständen gute bis sehr gute Bands beherbergen und auch für Nicht-Banker erschwinglich sind. Leider leiden diese Clubs zuweilen unter starkem Besucherschwund (die Batschkapp leidet da grundsätzlich weniger drunter aufgrund der teilweise namhaften Bands).

So erlebte ich am vergangenen Freitag wohl eine der besten europäischen Beatles-Tributes-Bands (ReCartney), hatte aber beim Eintritt “freie Platzwahl” (O-Ton Türsteher), da wir an dem Abend die ersten Besucher waren und auch zu Konzertbeginn vielleicht 20-25 zahlende(?) Besucher anwesend waren… Schade. Das Programm war trotzdem genial und die Jungs von ReCartney professionell genug, um trotzdem eine tolle Show zu liefern.

Ich hoffe nicht, dass diese Clubs in der nächsten Zeit ihre Pforten schließen werden, denn dann wird es in Frankfurt wirklich dunkel – kulturell gesehen. Hier sind vielleicht auch mal die lokalen Blättchen gefragt ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf die kleineren Perlen im Rhein-Main-Gebiet zu legen, anstatt mit den Wölfen zu heulen und Berichterstattungen über eh schon bekannte Künstler zu bringen.

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